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www.stadt.sg.ch erhält fünf Sterne

St.Galler Tagblatt online03.01.2012, St.Galler Tagblatt

Von Odilia Hiller

Für viele behinderte Menschen ist das Internet sehr hilfreich. Aber nur, wenn die Webseiten behindertengerecht gestaltet sind. Eine Studie erteilt der Stadt-Homepage nun Bestnoten. Etwas weniger gut schneidet der Kanton ab.

Von den zehn grössten Schweizer Städten rangiert der Internetauftritt der Stadt St. Gallen auf Platz zwei. Die Stadtseite wird in Sachen Behindertentauglichkeit nur von Zürich geschlagen, das den ersten Rang belegt. Beide Städte erhalten fünf Sterne. Auf Rang drei folgt Winterthur.

Viele Hürden für Behinderte

Die «Schweizer Accessibility-Studie 2011» der Stiftung «Zugang für alle» hat 100 öffentliche und private Webseiten auf die sogenannte Barrierefreiheit für Menschen mit Behinderungen untersucht. Nach 2004 und 2007 ist es die dritte Untersuchung dieser Art. Geprüft wurden Bund, Kantone, Städte, Medien, Verkehrsverbunde, Online-Shops, Jobportale und Online-Communities.

In den vergangenen Jahren hätten sich die Webseiten in den wenigsten Kategorien massgeblich verbessert, heisst es in der Studie. «Der überwiegende Teil der Webseiten weist viele Hürden für Menschen mit Behinderung auf.» Dennoch gebe es «einige positive Ausnahmen», zu denen sich mit diesem Resultat auch die Webseite der Stadt zählen darf.

Von Anfang an bemüht

«Wir freuen uns sehr über die gute Plazierung», sagt Daniel Brack von den Informatikdiensten der Stadtverwaltung. Das zeige ihnen, dass es sich auszahlt, sich in dieser Richtung von Anfang an bemüht zu haben. Die Barrierefreiheit einer Internetseite zu berücksichtigen sei nämlich kein besonders grosser Aufwand, wenn man sie schon beim Aufbau einer Seite in die Programmierung einbeziehe, sagt Brack.

Die Richtlinien dazu werden von den betreffenden Organisationen und Internet-Konsortien vorgegeben. In der Praxis geht es darum, dass Menschen mit Behinderung ihre technologischen Hilfsmittel zur Nutzung des Internets auch anwenden können. Für Blinde und Sehbehinderte gibt es Werkzeuge wie «Braille-Terminals», die Inhalte in Blindenschrift übertragen, oder «Bildschirm-Vorleser», sogenannte Screenreader. Ob und wie gut die betreffende Webseite mit solchen Hilfsmitteln zusammenarbeitet, entscheidet über ihre Behindertentauglichkeit.

Kanton im Mittelfeld

Weniger gut schneidet dabei die Homepage des Kantons St. Gallen ab. Mit dem 14. Platz rangiert www.sg.ch im Mittelfeld der Kantone. «Wir haben die Studie und die bemängelten Elemente mit Interesse studiert», sagt Clemens Nef, bei der Staatskanzlei für den Webauftritt des Kantons zuständig. Viele Funktionen seien im aktuellen System bereits eingebaut, müssten aber von den zuständigen Redaktoren auch umgesetzt werden. «Wir haben circa 250 Redaktorinnen und Redaktoren, welche für die jeweiligen Internetauftritte der kantonalen Departemente und Ämter zuständig sind.» Nach dem Erscheinen der Studie seien diese nochmals an die zu berücksichtigenden Punkte erinnert worden, sagt Nef.

Farbkontraste verbessert

Er weist darauf hin, dass der Platz im Mittelfeld immerhin vier von fünf Sternen beinhaltet. Zudem seien die Tests vor der Aufschaltung des neuen Erscheinungsbilds des Kantons durchgeführt worden. Auf den neuen Seiten habe man beispielsweise die für Sehbehinderte wichtigen Farbkontraste nochmals verbessert. «Unser Anspruch ist, bei jeder vergleichenden Studie vorne dabei zu sein», sagt Nef. Deshalb seien weitere Verbesserungen bereits in Planung.

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