TAO Third Age Online
Ziel des Projekts «TAO Community & Collaboration» ist es, die ältere Generation in Online-Communities einzubinden, um so ihre soziale Integration im digitalen Zeitalter zu wahren.
TAO (chinesisch: Weg, Methode) steht für «Third Age Online». Das Projekt «TAO Community & Collaboration» will denn auch Wege aufzeigen, wie Seniorinnen und Senioren vermehrt dazu motiviert werden können, sich in Online-Communities aktiv zu betätigen. Dadurch werden älteren Menschen, die bis anhin auf Online-Plattformen untervertreten waren, neue Möglichkeiten für soziale Interaktionen geboten. Zugleich bezweckt das Projekt aber auch, das Potenzial einer zunehmenden Zahl von aktiven älteren Menschen zu nutzen, um Kollaborationsprojekte von Online-Communities zu fördern.
Online-Plattformen alterstauglich gestalten
Das TAO-Projekt wurde unter der Federführung des Fachbereichs Wirtschaft und Verwaltung zusammen mit den Fachbereichen Gesundheit und Soziale Arbeit sowie mit neun Partnerorganisationen aus der Schweiz, darunter die Stiftung «Zugang für alle», Deutschland und den Niederlanden im Rahmen des EU-Programms «Ambient Assisted Living» eingereicht.
Der Hauptfokus des Projekts liegt auf zwei wichtigen Herausforderungen, was die Förderung der Teilnahme von älteren Menschen in Online-Communities betrifft: Zum einen gilt es, gemeinsam mit bestehenden Online-Communities, wie «Seniorweb Schweiz» oder «Wikimedia Schweiz», wirksame Methoden und Massnahmen zu entwickeln, um ältere Menschen zur aktiven Beteiligung in den Communities zu bewegen und die generationenübergreifende Integration in solchen Communities zu fördern. Zum andern werden technische Lösungen entwickelt, um Benutzeroberflächen und Funktionalitäten von Online-Plattformen und Internet-Browsern vermehrt an die speziellen Bedürfnisse von älteren Menschen anzupassen.
Die Stiftung «Zugang für alle» befasst sich im TAO-Projekte mit der Problematik der Zugänglichkeit von Online-Plattformen besonders unter dem Aspekt der Bedürfnisse von Seniorinnen und Senioren.
Das TAO-Projekt wurde am 26. Oktober 2010 in Bern an der Berner Fachhochschule offiziell an einem Kick-off-Meeting gestartet. Das gesamte Projekt dauert 3 Jahre.
Weitere Informationen zum TAO-Projekt finden Sie unter folgendem Link: http://www.thirdageonline.eu/
MediaWiki – Verbesserung der Barrierefreiheit
Im Zentrum dieses Teilprojekts steht die Überprüfung der Plattform der deutschsprachigen Wikipedia (de.wikipedia.org) auf ihre Barrierefreiheit und das Formulieren von Empfehlungen für deren Verbesserung. Die Tests wurden von mehreren blinden und mehrfachbehinderten Personen gemäss den WCAG 2.0 Richtlinien des W3C Consortiums durchgeführt, welche alle Bereiche der POUR Prinzipien abdecken.
Im Rahmen der Tests kamen Testwerkzeuge wie WAVE, Web Developer und CCS2.0 (ein Tool zum Analysieren von Farbkontrasten) sowie Script Code Analyse und End User Tests zur Anwendung. Für viele der identifizierten Probleme wurden Empfehlungen für Autoren und Autorenwerkzeuge formuliert.
Die wichtigsten Empfehlungen zur Verbesserung der Barrierefreiheit von de.wikipedia.org sind:
- Barrierefreie CAPTCHAs, welche Alternativen zur visuellen Verifizierung anbieten (z.B. Audio-CAPTCHAs)
- Bessere semantische Strukturierung dank struktureller Überschriften, WAI-ARIA Landmarks und korrekte Verwendung von HTML 5
- Alternativtexte bei grafischen Links (mit Links hinterlegte Bilder), welche auf den Bildinhalt hinweisen und darüber informieren, dass der jeweilige Link auf die Seite der Media-Datei führt
- Verbesserte Tastaturbedienbarkeit für die Navigation durch die Website
- Korrektes Markup für Datentabellen zur Erleichterung der Orientierung von Sehbehinderten
Einige der Probleme, welche für de.wikipedia.org identifiziert worden sind, waren bereits früher im „Meta Wiki“ und im „Blind Wiki“ diskutiert worden. Doch gemäss Kenntnisstand der Autoren wurde im Rahmen des Projekts TAO die Website erstmals systematisch gemäss den WCAG2.0 Richtlinien getestet.
Der Testbericht wurde dem deutschen Wikimedia Chapter übergeben, welches den Bericht evaluieren und die Umsetzung von Verbesserungsmassnahmen einleiten wird. Als weiterer Schritt ist – im Anschluss an die Implementierung – ein vorher/nachher-Vergleichstest vorgesehen.